Winter-Cup Munzig: Tag 2

Schluss, Aus, Vorbei! Das Rennwochenende ist zu Ende. Es war anstrengend, laut, stinkig, aber vor allem eins: GEIL! Ich hatte selten so viel Spaß beim RC-Fahren, ich hab aber auch selten so geflucht und vor Aufregung gezittert.

Én Detail
Wir waren gelistet in Gruppe 2, 1:10 Standard, ohne gravierende Modifikationen des Fahrzeugs. Der Fairness halber, denn mit Geld allein kann man (wie im Real-Life) fast alles reißen. Wir wollten das Budget aber wie immer knapp halten, egal was passiert. Gestern ja schon die Probleme mit dem Einstellen des Autos und dem zweiten Gang, heute andere, schlimmere. Nachdem der Transponder – der die Rundenzeiten auf ein Hundertstel genau misst – eingebaut war, konnte es losgehen. Nach Zeitumstellung, halbstündiger Anreise, einstündigem Aufbau und Fahrerbesprechung war es mittlerweile 9:05 Uhr.

Vorlauf
Es galt trotzdem drei Vorläufe zu überstehen und gut durchzukommen. Der letzte Startplatz laut Liste war meiner, was aber nicht schlimm war, so hatte ich meine Ruhe. Und Chris hoffentlich auch. Im Vorlauf eins sah es aber sehr düster aus für das Team ChriMi (nicht gerade originell, aber durchaus funktionaler Name). Überrundet und teilweise ausgebremst drehte der Honda Runde um Runde. Ein Zwischenfall erfreute uns aber doch: auf der langen Geraden unter Vollgas schloss ich auf und touchierte meinen Vordermann im Heck. Warum man sich über sowas freut? Weil das ein Zeichen dafür ist, dass das Auto schnell ist, schneller als andere. Gutes Zeichen.
Am Ende des ersten 5-Minuten-Runs standen wir auf Platz drei. Immerhin. Vorlauf zwei: keine Probleme, wieder konstantes Fahren, ohne viel kaputt zu machen. Ergebnis: Platz 2. Im dritten Vorlauf ebenfalls Platz 2. Damit waren wir mehr als zufrieden, und für das Halbfinale qualifiziert. ABER: In der letzten Runde bekam ich eine Treffer ins Heck, drehte mich daraufhin und blieb in der Bande hängen. An einer der schnellsten Punkte der Strecke sehr ungünstig, denn der nächste Treffer brach uns fast das Genick. Was ich nicht gleich sah, hörte ich: der Krümmer war ab. Halb so wild dachte ich mir. Noch.

Vorm Halbfinale
Das Halbfinale stand vor der Tür. Eine Stunde Pause war vorher angesetzt. Wir nutzten die Zeit, um zu reparieren, was vorher kaputt gegangen war. Das Resonanzrohr war nicht nur abgefallen, sondern stark deformiert. Und beim Einschlag hat es sich in Richtung Tank verschoben, der daraufhin brach. Außerdem war im hinten Rechts die Radhalterung weggebrochen. Viel zu tun, wenig Zeit. Der ebenfalls anstehende Radwechsel war da das leichteste.

Halbfinale
Start, Vollgas, Bande. Lenkcheck, Vollgas, Bande. Wir haben in den 15 Minuten Halbfinale nicht eine gewertete Runde geschafft. Immer wieder hatte ich vollkommenen Kontrollverlust über das Auto, dass immer wieder in der Wand einschlug. Den “Fail-Safe”-Modus hatten wir deaktiviert, um nach einem Rempler nicht auch noch mit 3 Sekunden Rücksetzzeit des Empfängers kämpfen zu müssen. Im Fahrerlager auf der Werkbank zeigte sich das Desaster: beim Crash im 3. Vorlauf war nicht nur die Lenkwelle vorn rechts den Weg alles Irdischen gegangen, sondern auch der Antriebsstrang. Er hing nur lose rum, was man so nicht sah. Das erklärte zumindest das ständige Geradeaus-Fahren des Autos. Den Kontrollverlust aber nicht.
Halbfinale vorbei: 0 Runden. :(

Zwischen Halbfinale und Finale
Überprüfung des Empfängers: Der schon erwähnte Unfall hat mehr zerstört als angenommen. Die Antenne des Empfangsmodules war abgerissen. Das erklärt alles. Innerhalb einer Stunde alles löten und reparieren. Stress für Chris, und für mich. Wir konnten auch nicht mehr am Auto rumstellen, obwohl es wichtig gewesen wäre, da ja Tank und Auspuff neu waren. Nach der Meldung, dass wir uns aufgrund der guten Vorläufe doch fürs Finale qualifiziert haben, galt es alles auf eine Karte zu setzen.

Finale
Ungetestet raus auf die Strecke. Gekrönt mit dem Abwürgen des Autos beim Start fuhren wir aus der Boxengasse doch noch ins Rennen. Mehrere Rempler und nachfolgende Bandenberührungen wurden teilweise zur Materialschlacht. Ich verlor unterwegs 4 Querlenkerstreben und meine Stoßstange flatterte wild im Wind. Der beste Boxenstopp überhaupt war der, der eben dieses Flattern behebensollte. Ohne das ich Chris was sagen musste kam ich in die Box, er sah was los war, riss das Teil ab und schickte mich wieder raus. Auch die Stopps zum Wiedereinbau der Querlenker waren bombastisch, denn immer verbunden mit Tankstopp. So konnte ich die ganze Zeit Gas geben. Bei einem kurzen Zwischenstopp sah ich die Anzeige auf dem Monitor: Weißflog, M. Platz 7.
Als neunter gestartet, viele Probleme, und als 7. ins Ziel.

Was will man mehr beim ersten Rennen? Nur eins: Das nächste!