Weil ich “einige” Monate zu dem Kreis derer gehörte, die hier erwähnt werden und es genauso empfinde, wie Herr Robbe (SPD) es schreibt, möchte ich aus dem aktuellen Jahresbericht des Wehrbeauftragten der Bundeswehr zitieren. Dabei geht es mir nicht um Symapthien zu irgendeiner Partei, sondern um die Sache an sich. Leider teilt ein Großteil der Bevölkerung scheinbar die hier vorgestellten Ansichten nicht, was – und das sage ich als dreimaliger Teilnehmer an Auslandseinsätzen – sehr demotivierend ist. Hier der Auszug aus dem Bericht, der zumindest zum Nachdenken anregen sollte.
Quelle: Drucksache 17/900 – Seite 14 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode
2 Auslandseinsätze
Auch in diesem Berichtszeitraum waren die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr wieder stark in den Auslandseinsätzen engagiert. Dafür möchte ich Ihnen an dieser Stelle ausdrücklich Dank sagen. Die Angehörigen unserer Bundeswehr leisten eine hervorragende Arbeit in den Einsatzgebieten. Dass in Anerkennung der Gefahr für Leib und Leben der Soldaten nun auch öffentlich vermehrt von „Gefallenen“ und „Verwundeten“ gesprochen wird, ist ein Schritt in die richtige Richtung, sich der Einsatzrealität zu stellen. Diese Veränderung haben die Soldaten sehr wohl registriert.
2009 wurden in Afghanistan zum zweiten Mal Präsidentschaftswahlen durchgeführt. Zur Absicherung dieser Wahlen haben auch unsere Soldatinnen und Soldaten ganz wesentlich beigetragen.
Auf besonderes Unverständnis trafen bei den Soldaten Berichte, in denen versucht wurde, die zunehmenden Überfälle auf deutsche Patrouillen als kurze Schusswechsel zu bagatellisieren. Tatsächlich handelte es sich um Gefechte, die überwiegend mehrere Stunden dauerten. Das lässt im Ansatz erahnen, welchen Belastungen die Soldaten tatsächlich ausgesetzt sind. Leider gab es auch in 2009 wieder Verwundete und Tote zu beklagen. So fiel ein Soldat am 29. April 2009, als eine deutsche Patrouille in einen Hinterhalt geriet. Drei weitere Kameraden verloren ihr Leben, als im Rahmen eines Gefechts am 23. Juni 2009 ein Transportpanzer Fuchs verunglückte. Betroffen war in beiden Fällen eine Patrouille des PRT Kunduz. Am 5. Oktober 2009 verstarb ein Soldat an den Spätfolgen eines Anschlages, der sich bereits am 6. August 2008 in der Nähe des PRT Kunduz ereignet und bei dem der Kamerad schwere Brandverletzungen erlitten hatte.
Gerade vor dem Hintergrund dieser tragischen Ereignisse werde ich nicht nachlassen, mehr Verständnis und Anteilnahme für unsere Bundeswehrsoldaten zu fordern. Die Soldatinnen und Soldaten sind Staatsbürger in Uniform. Sie haben ihren Auftrag vom Deutschen Bundestag erhalten, der gewählten Vertretung des deutschen Volkes. Es reicht absolut nicht aus, von den Soldaten zu verlangen, sich als Staatsbürger zu begreifen und ihren Auftrag – auch unter Einsatz des eigenen Lebens – auszuführen. Das Mindeste, was die Soldaten verlangen können, ist, dass ihr Einsatz am Hindukusch entsprechend gewürdigt wird. Sie sind nicht Angehörige irgendeiner abstrakten Armee, sie sind Menschen aus der Mitte unserer Gesellschaft.